Aufbau und Inhalte

Zielgruppe der Ausbildung

Psychosoziale Fachkräfte in den Hilfen zur Erziehung, und anderen pädagogischen und psychosozialen Arbeitsfeldern, die mit traumatisierten Mädchen und Jungen arbeiten.

Eingangsvoraussetzungen (lt. Empfehlungen des Fachverbandes Traumapädagogik und der Deutschen Gesellschaft für Psychotraumatologie) sind:

  • Abgeschlossene Berufsausbildung (Fachschulen) sozialadministrativer, erzieherischer oder pflegerischer Berufe (insbesondere Erzieher_innen, Pflegefachkräfte, Hebammen, Ergotherapeut_innen, physiotherapeut_innen,Logopäd_innen o.Ä.) oder Hochschul- und Fachhochschulabsolvent_innen mit psychologischen, pädagogischen und verwandten Abschlüssen, z.B. Dipl.-Psycholog_innen und Ärzt_innen, Dipl.-Pädagog_innen, Dipl.-Sozialarbeiter_innen und Dipl.-Sozialpädagog_innen, Dipl.-Heilpädagog_innen, Sonder-Pädagog_innen, Lehrer_innen, Dipl.-Theolog_innen, Dipl.-Soziolog_innen oder analoge Abschlüsse (BA, MA).
  • Mindestens dreijährige Berufserfahrung in einem relevanten Praxisfeld für alle Berufsgruppen (dazu
    zählen auch Praktika und Anerkennungsjahre).

 

Aufbau und Inhalte der Ausbildung (28 Tage)

Die Weiterbildung besteht aus acht inhaltlichen Modulen á 3 bzw. 4 Tagen, inklusive Fallsupervisonseinheiten, sowie Präsentation und Abnahme der Praxisprojekte im Kolloquium (3 Tage) = 28 Tage

  • Die Teilnehmenden müssen eine Falleingabe aus ihrer aktuellen Arbeitspraxis in die Fallsupervision einbringen.
  • Die Fallsupervisionen werden in die Module integriert und parallel in zwei Supervisionsgruppen stattfinden.
  • Die Teilnehmenden müssen eine schriftliche Falleingabe zu einem vorgegebenen traumazentrierten Raster eingeben und sie entsprechend der Rückmeldungen der Referent_innen zu Haltung, Methodik und Wissen reflektieren und gegebenenfalls überarbeiten.
  • Die Teilnehmenden müssen ein traumapädagogisches Praxisprojekt umsetzen, dokumentieren und im Kolloquium präsentieren.

 

Inhalte der Module

  • Vermittlung theoretischer Grundlagen der Psychotraumatologie
  • Diskussion aktueller Forschungserkenntnisse
  • Erarbeitung von Haltungen und Methoden zur praktischen Umsetzung im pädagogischen Alltag, die während der gesamten Fortbildungszeit kontinuierlich reflektiert und weiterentwickelt werden
  • Anforderungen an den institutionellen Rahmen und die Organisationsstruktur
  • Spezifische Belastungen für die pädagogischen Fachkräfte und deren Möglichkeiten für einen sorgsamen Umgang mit Psychohygiene und Selbstfürsorge.
  • Beratungskompetenzen
  • Traumapädagogik und Traumatherapie: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

 

Exemplarischer Verlauf der Fortbildungsreihe

Nachfolgende Verlaufsübersicht dient zur Orientierung. Im Rahmen einer Prozessorientierten Arbeit kann der Verlauf auch modifiziert und den Bedürfnissen der Teilnehmenden angepasst werden.

Seminarbeginn: 9.00 Uhr
Seminarende: 17 Uhr, am letzten Tag um 16.00 Uhr

Modul 1 / Tag 1 – 4     25. – 28.09.2018
  • Einführung in die Psychotraumatologie
  • Diagnostik und traumapädagogisches Fallverstehen
  • Dissoziative Phänomene und Flashback

Referent_innen: Birgit Lang, Urs Kaiser

Modul 2 / Tag 5 – 7    05. – 07.12.2018
  • Einführung in die Traumapädagogik – Pädagogik des sicheren Ortes (Geschichte, Bezüge, Überblick)
  • Traumapädagogische Haltungen (Hintergründe, Relevanz und Transfer in die pädagogische Arbeit)

Referent_innen: Birgit Lang, Urs Kaiser

Modul 3 / Tag 8 – 10    20. – 22.03.2019
  • Methoden der Selbstbemächtigung
  • Resilienzförderung, Sinneswahrnehmung, Körperwahrnehmung, Emotionsregulation, Selbstverstehen

Referent_innen: Birgit Lang, Urs Kaiser

Modul 4 / Tag 11 – 14   02. – 05.07.2019
  • Übertragung und Gegenübertragung – traumatische Übertragung
  • Übertragung und Reinszenierung von emotionalen Erfahrungen, Rollenerfahrungen und Beziehungserfahrungen
  • Bindung und Trauma
  • Fallarbeit

Referent_innen: Birgit Lang, Urs Kaiser

 

Modul 5 / Tag 15 – 18   15. – 18.10. 2019 |
  • Transgenerationale Weitergabe belastender und traumatischer Erfahrungen
  • Elternarbeit im Sinne der Traumapädagogik
  • Fallarbeit
  • Kommunikation und Beratung
  • Traumatherapeutische Verfahren
  • Traumatherapie und Traumapädagogik
    Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Referent_innen: Birgit Lang, Urs Kaiser, Thomas Hensel

Modul 6 / Tag 19 – 22    14. – 17.01.2020
  • Trauma und Gruppe – Zerstörerische und Halt gebende Kraft
  • Themenspezifische Gruppenarbeit
  • Kooperation der Helfersysteme

Referent_innen: Birgit Lang, Urs Kaiser

Modul 7 / Tag 23 – 25    25. – 27.03.2020
  • Stabilisierende Strukturen und Rahmenbedingungen für einen sicheren Ort
  • Die Bedeutung der pädagogisch Fachkräftew in der Traumapädagogik
  • Sekundäre Traumatisierung und Burnout- (Prophylaxe)
  • Stabilisierungsmöglichkeiten für die Arbeit mit belasteten Kindern und Jugendlichen
  • Abschiede – Bedeutung und Gestaltung von Übergängen

Referent_innen: Birgit Lang, Urs Kaiser

Modul 8 / Tag 26 – 28   01.07. – 03.07.2020
  • Kolloquium
  • Abschluss

Referent_innen: Birgit Lang, Urs Kaiser

 

 

Methoden

Folgende Methoden finden während der Qualifizierungsmodule Anwendung:

  • Vermittlung theoretischer Grundlagen durch Referate
  • Einzel-, Kleingruppen- und Plenumsarbeit
  • Fallbetrachtung mit verschiedenen Methoden
  • Einüben von Entspannungs- und Imaginationsverfahren
  • Erlebnispädagogische Übungen und Spiele
  • Rollenspiele, Übungen
  • Unterstützte Eigenreflexion und Selbsterfahrung

Da die pädagogischen Fachkräfte als Bezugspersonen und Beziehungspartner_innen der Mädchen und Jungen einen wesentlichen Teil des sicheren Ortes der Kinder und Jugendlichen ausmachen, fließen in allen Modulen Einheiten und Arbeitsgruppen zur Selbstreflexion ein. Die Bereitschaft und Stabilität zur Selbstreflexion ist daher Voraussetzung zur Teilnahme.

 

Abschluss der Zusatzqualifizierung

Abschlussvoraussetzungen
  • regelmäßige und vollständige Teilnahme an allen Modulen
  • Umsetzung der erarbeiteten Haltung und der erlernten Methoden entsprechend der in der eigenen beruflichen Praxis gegebenen Möglichkeiten während der gesamten Weiterbildung mit Rückkopplung in die Module, darunter eine Fallpräsentation in der Supervision
  • Abgabe und Reflexion einer schriftlichen Falleingabe
  • Durchführung eines alltagsbezogenen Praxisprojektes
  • erfolgreiche Teilnahme am Abschlusskolloquium mit Projektpräsentation

 

Der erfolgreiche Abschluss in Traumapädagogik wird vom Fachverband Traumapädagogik
(www.bag-traumapaedagogik.de) zusammen mit der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie
zertifiziert. Das Curriculum der Weiterbildungsreihe entspricht den entsprechenden Vorgaben.
http://www.bag-traumapaedagogik.de/index.php/ausbildungs-curricula.html