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Traumapädagogische Organisationsentwicklung

Traumapädagogische Organisationsentwicklung

  • Sie möchten die fachliche Weiterqualifizierung Ihrer Fachkräfte in Verknüpfung bringen mit der fachlichen Weiterentwicklung Ihrer Institution
  • Sie möchten neben fachlicher Weiterqualifizierung Ihrer Fachkräfte auch Strukturen und Schlüsselprozesse Ihrer Organisation entsprechend der traumapädagogischen Haltung und Arbeit ausrichten
  • Sie verstehen das traumapädagogische Arbeiten, die traumapädagogische Haltung auch als systemischen und ganzheitlichen Ansatz, der den „sicheren Ort“ aller in und mit Ihrer Organisation arbeitenden und begleitenden Menschen im Blick hat

Einleitung und Ziele

Der traumapädagogische Ansatz, dessen Kern in seiner Grundhaltung liegt, hat in den letzten fünfzehn Jahren eine deutliche Verbreitung und damit verbundene Weiterentwicklung erfahren.

Seine Wurzeln liegen im stationären Wohngruppensetting der Kinder- und Jugendhilfe. Mittlerweile finden wir in den Zertifizierungskursen Menschen aus den unterschiedlichsten Arbeitsfeldern. Aus Schule, Beratung, Psychiatrie, ambulanten Hilfen und stationäre Kinder -und Jugendhilfe. Ebenso kommen mittlerweile nicht nur Menschen aus der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in die Kurse, sondern auch Menschen aus der Arbeit mit Erwachsenen, der Eltern-Kind und der Familienarbeit.

Längst ist auch klar geworden, dass der traumapädagogische Ansatz kein pädagogischer Ansatz ausschließlich für traumatisierte Menschen ist, sondern dass die Grundhaltung ein Ansatz ist, der für alle Menschen in Belastungen sinnvoll und hilfreich ist.

Die traumapädagogische Grundhaltung geht von der Annahme des „Guten Grundes“ aus, also davon, dass Verhaltensweisen immer einer emotionalen Ausgangslage folgen und damit häufig, gerade bei schwer belasteten Menschen, Ausdruck der zugrunde liegenden Verletzungen sind. Damit lenkt sie ihren Blick und ihren Ansatz auf die emotionale Ausgangslage und deren Versorgung und Stabilisierung und weniger auf deren Ausdruck im Sinne von Verhaltensweisen. Anliegen der Traumapädagogik ist damit weniger die Funktionalität eines Menschen, als die emotionale Stabilität. Wobei natürlich eine höhere emotionale Stabilität und Sicherheit im direkten Zusammenhang zu einer höheren Funktionalität und weniger Destruktivität führt. Damit legt die Traumapädagogik ihren Blick weniger auf das Tun, sondern auf das Sein des Menschen, was einer tiefgehenden Wertschätzung folgt.

Wesentliche Ziele der Traumapädagogik, wie wir sie verstehen, ist die emotionale Entlastung, die Reduzierung der Stressbelastung, sowie die Erhöhung der Selbstwirksamkeitserfahrung und Handlungssicherheit bei allen Beteiligten.

Diese Ziele werden im Zuge einer Implementierung des traumapädagogischen Ansatzes in einer Institution auch erreicht. Unter anderem in den Evaluationsprojekten der Uni Ulm und der UPK Basel zur Implementierung von Traumapädagogik, konnte dies nachgewiesen werden. Die Vorträge zum Bericht und Evaluation des Projekts der Uni Ulm, können unter https://www.cjd.de/angebote/kinder-jugend-und-familienhilfe/fachtagungen/traumafachtag/  nachgelesen werden. Den Abschlussbericht der UPK Basel zur „Implementierung, Evaluation und Verstetigung von traumapädagogischen Konzepten in sozialpädagogischen Institutionen des stationären Massnahmenvollzuges“ finden Sie unter https://www.traumapaedagogik.ch/files/modellversuch-traumapaedagogik/abschlussbericht-modellversuch-traumapaedagogik.pdf. Einen Kurzbericht zum Projekt zur Implementierung von Traumapädagogik in Übergangssettings finden Sie unter https://www.integras.ch/de/aktuelles/913-traumapaedagogik-in-uebergangssettings-ein-bericht-ueber-den-implementierungsprozess-im-schlupfhuus. Tiefergehende Artikel zu diesem Projekt finden sich in der Sonderausgabe von Trauma & Gewalt, Heft 01 Februar 2021.

https://www.klett-cotta.de/ausgabe/Trauma_&_Gewalt_Heft_01_Februar_2021/137938

Vermutlich sind diese Effekte mit ein Grund, dass Institutionen häufig für Inhouse Seminare oder gar Inhouse Zertifizierungskurse anfragen. Die ersten Inhouse Seminarreihen brachten nach den Rückmeldungen der Teilnehmenden eine hohe Zufriedenheit und die Erhöhung der persönlichen Sicherheit und Stabilität in der Arbeit mit den belasteten Menschen. Nach unserer Wahrnehmung konnten die Teilnehmenden intensive Entwicklungsprozesse machen, auch wenn die Selbsterfahrungsanteile in Inhouseseminaren nicht immer dieselbe Intensität haben wie in externen Seminarreihen. Gleichzeitig bestätigte unsere Wahrnehmung mit Blick auf die Auswirkung in die Institution hinein Berichte von Institutionsleitungen, die bemängeln, dass sie bei Weiterbildungen Inhouse zwar merken, dass die teilnehmenden Fachkräfte fachlicher geworden sind, dies allerdings nicht die Auswirkung auf die Fachlichkeit der Institution nimmt. Dies hat sicher unterschiedliche Gründe. Zum einen verlassen teilnehmende Fachkräfte die Institution, zum Teil haben die teilnehmenden Fachkräfte das Gefühl sie kommen im Team nicht mit ihrer neuen Haltung an, zum Teil treffen die teilnehmenden Fachkräfte in der Institution auf Rahmenbedingungen und Strukturen, die der weiterentwickelten Haltung widersprechen oder zumindest nicht zuträglich sind.

In der Auswertung dieser Rückmeldungen und unserer Erfahrungen wurde uns deutlich, dass bei Inhouse Seminarreihen immer auch ein Interesse der Institution zur fachlichen Weiterentwicklung der Institution liegt.

Daher verstehen wir eine Inhouse Qualifizierungsreihe als Teil eines gewollten Organisationsentwicklungsprozes¬ses und richten daher den Blick innerhalb der Weiterbildungen auch auf die Einrichtungsprozesse. Alle Teilnehmenden verstehen wir darin als (Weiter-)Entwickler:innen der institutionellen Pädagogik.

Aus diesem Verständnis heraus haben wir zwei Curricula für Inhouse Weiterbildungsreihen entworfen aus denen die anfragende Institution wählen kann.

  1. Weiterqualifizierungsreihe Traumapädagogik ohne Zertifizierung der Teilnehmenden zur/zum Traumapädagog:in (FVTP/DeGPT)
  2. Weiterqualifizierungsreihe Traumapädagogik mit Zertifizierung der Teilnehmenden zur/zum Traumapädagog:in (FVTP/DeGPT)

Ziele des Prozesses

  • Ganzheitliche traumapädagogische Ausrichtung der Organisation (in Verknüpfung bestehender Ansätze z.B. systemischer Ansatz)
  • Traumapädagogisch weiterentwickelte und beschriebene Schlüsselprozesse
  • Fachliche Weiterqualifikation der Fachkräfte, der Führungskräfte und Beratungskräfte
  • Erhöhung der Selbstwirksamkeit auf allen Ebenen und Funktionen der Organisation
  • Erhöhung der emotionalen Stabilität auf allen Ebenen und Funktionen der Organisation
  • Reduktion von Belastungserleben auf allen Ebenen und Funktionen der Organisation

Weitergehende Ziele für die Weiterbildung:

  • Erhöhung der Handlungsmöglichkeiten
  • Erhöhung der Zuordnungsmöglichkeiten
  • Emotionale Entlastung
  • Erhöhung der Achtsamkeit bezüglich der eigenen Befindlichkeit und Stabilität
  • Erhöhung der Sicherheit in der Selbstreflexion und im Selbstverstehen
  • Erhöhung der Möglichkeiten zur Selbstfürsorge
  • Anregung der Neugierde und des Forscherdrangs
  • Stärkung des Bewusstseins der Bedeutung von Freude und Lebendigkeit
  • Schärfung des Fokus auf die emotionale Ausgangslage
  • Stärkung der Grundhaltung zur Annahme des Guten Grundes
  • Schärfung des Verständnisses von Versorgung
  • Erkennen, dass Belastung zum Leben gehört und Entwicklungsgrundlage ist
  • Stärkung der Grundannahme, dass jede/r für sich Expert:in über sich selbst ist
  • Stärkung der Bereitschaft in Fach- und Expert:innenaustausch mit denjenigen zu gehen, für die man verantwortlich ist

Die traumapädagogische Haltung

Die Traumapädagogik versteht sich weniger als eine pädagogische Methode, sondern sieht sich mehr als eine pädagogische Bewegung. Dabei werden von Belastung Betroffene nicht als schwach und „klein“ gese­hen, sondern als „Überlebende“ und Expert*innen ihres Lebens und außergewöhnlicher Belastungssituatio­nen erkannt und geachtet. Sie stellen somit einen wesentlichen Teil der Lösung dar, aktiv und auf Augen­höhe. Als korrigierende Erfahrung zum Erleben von Ohnmacht und Machtmissbrauch gelten Transparenz, Wertschätzung und Augenhöhe in der Beratung als zwingend notwendig. Beratung wird daher als gemeinsame Forschungsreise zum Selbstverstehen und zur Selbstbemächtigung verstanden.

Traumapädagogische Grundhaltungen sind (Standards des Fachverbandes Traumapädagogik e.V.)

  • Traumatisierte Menschen reagieren normal auf nicht normale Geschehnisse.
  • Sie sind die Expert_innen für extreme und belastende Lebenserfahrungen.
  • Die Professionellen stellen ihr Fachwissen respektvoll zur Verfügung und überprüfen mit den Mäd­chen und Jungen gemeinsam die Bedeutung für sie und ihr Leben.
  • Transparenz auf allen Ebenen
  • Partizipation und Unterstützung in der Balance
  • Übernahme von Verantwortung und Versorgung auf allen Hierarchieebenen
  • Viel Freude trägt viel Belastung – Die Freude der Kinder und Jugendlichen entsteht durch unsere eigene Freude

Diese traumapädagogischen Grundhaltungen gelten auch für die Weiterbildung. Die Referentin versteht sich als Kollegin unter Kolleg*innen. Sie hat die Verantwortung, die Themen verständlich und dem aktuellen Stand ent­sprechend einzubringen und sie mit der Weiterbildungsgruppe, den Expert*innen in der praktischen Arbeit in Beratung innerhalb psychosozialer Institutionen, zu dis­kutieren. Das Wissen, die Erfahrungen und die Ein­schätzungen der Teilnehmenden sind wesentlicher Bestandteil jeder Fortbildung.

Die Referentin

Birgit Lang – possum Institut

  • Fachberaterin für Psychotraumatologie, Gestalttherapeutin für Kinder und Jugendliche, Systemische Beraterin, Jugend- und Heimerzieherin
  • Referentin zum Thema Traumapädagogik, Traumapädagogische Fallsupervision in Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen
  • Konzeptionelle Beratung und traumapädagogische Organisationsentwicklung unterschiedlicher Kin­der- und Jugendhilfeinsti­tutionen
  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Traumapädagogik (Fortbildung, Entwicklung und Evaluation) der universitären psychiatrischen Kliniken Basel
  • Mitentwicklung der traumapädagogischen Standards und eines Zertifizierungsverfahrens für Institutio­nen im Fachverband für Traumapädagogik e.V.

Je nach Umfang des Auftrages und der Teilnehmenden-Anzahl werde ich mit einer/m zweiten Referent:in kooperieren. Entweder aus einem kooperierenden zertifizierten Institut und/oder aus dem Erfahrungsbereich der Organisationsentwicklung.

Zielgruppe

Alle Institutionen in psychosozialen Handlungsfeldern, welche sich traumapädagogisch weiterentwickeln wollen.

Aufbau und Inhalte des Prozesses

  1. Curriculum Weiterqualifizierungsreihe Traumapädagogik ohne Zertifizierung der Teilnehmenden zur/zum Traumapädagog:in (FVTP/DeGPT)

8 Module à 3 Seminartage/ ohne  Zertifizierung der TN

Teilnehmer:innen aus der pädagogischen Arbeit, Beratung der PädagogInnen und Leitungsebene

Biografieworkshop 2 Tage

Teilnehmende aus allen Bereichen der Organisation

Schlüsselprozessgruppen

Teilnehmende aus den Schulungsmodulen (evtl. können Fachkräfte, die nicht in den Schulungen sind eingebunden werden)

Mindestens 1 Treffen nach jedem Schulungsmodul

Supervision der Schlüsselprozessgruppen

Teilnehmende aus den Schlüsselprozessgruppe

Am Vormittag des ersten Tages der Schulungsmodule

Begleitgruppe

Teilnehmende aus den Schulungsmodulen plus Fachkräfte, die nicht in den Schulungen sind.

Von der Organisation organisiert.

Optional:

Supervision der Führungskräfte

2-3 Leitungskurse á 2 Tage

Traumapädagogisch, diagnostisches Verstehen und versorgende Beratung der Fachkräfte (für Beratungskräfte) 2 Module á 3 Tage

  1. Curriculum Weiterqualifizierungsreihe Traumapädagogik mit Zertifizierung der Teilnehmenden zur/zum Traumapädagog:in (FVTP/DeGPT)

10 Module à 3 Seminartage + 2 Tage Gruppensupervision/pro Teilnehmende

Teilnehmer:innen aus der pädagogischen Arbeit, Beratung der PädagogInnen und Leitungsebene

Biografieworkshop 2 Tage

Teilnehmende aus allen Bereichen der Organisation

Schlüsselprozessgruppen

Teilnehmende aus den Schulungsmodulen (evtl. können Fachkräfte, die nicht in den Schulungen sind eingebunden werden)

Mindestens 1 Treffen nach jedem Schulungsmodul

Supervision der Schlüsselprozessgruppen

Teilnehmende aus den Schlüsselprozessgruppe

Am Vormittag des ersten Tages der Schulungsmodule

Intervisionsgruppen

Teilnehmende aus den Schulungsmodulen, die zertifiziert werden möchten

Begleitgruppe

Teilnehmende aus den Schulungsmodulen plus Fachkräfte, die nicht in den Schulungen sind.

Von der Organisation organisiert.

Für die Zertifizierung müssen die Teilnehmenden folgende zusätzlichen Arbeiten nachweisen

  1. Eine schriftliche Arbeit zum traumapädagogischen Verstehens entlang eines vorgegebenen Rasters
  2. Ein traumapädagogisches Praxisprojekt. Das Projekt muss als Kolloquium im Abschlussmodul präsentiert werden

Zertifiziert werden die Teilnehmenden, deren schriftliche Arbeit und Praxisprojekt der traumapädagogischen Haltung und der traumapädagogischen Perspektive entsprechen.

  1. Die Teilnahme an allen Modulen (bei Krankheit kann 1 Modul durch Ersatzaufgaben ersetzt werden – mit Ausnahme des Übertragungsmoduls du des Bindungsmoduls)
  2. Teilnahme an zwei Tagen Gruppensupervision (dabei das Einbringen einer eigenen Fragestellung)

Alle Teilnehmenden, die zertifiziert werden möchten, bekommen ca. in der Mitte der Reihe eine persönliche Rückmeldung der Referent:innen

Inhalte des institutionellen Prozesses

  • Start mit institutioneller Biografiearbeit (Biografie der Einrichtung, was/wer sind wir daraus heute?, was macht uns aus?, Wo wollen wir daraus hin? Weil?, welche Ziele leiten sich daraus für den traumapädagogischen Weiterentwicklungsprozess ab?)
  • Definition und bilden von für die Weiterentwicklung der Institution relevanten Schlüsselprozessgruppen (entsprechend der erarbeiteten Ziele)
  • Basis schaffen für die Weiterentwicklung der Schlüsselprozesse (aktueller Stand des Schlüsselprozesses, identifizieren möglicher Unterprozesse im Schlüsselprozess, Einen Blick auf die Entwicklungsbiografie werfen – welche „Guten Gründe“ gibt es für den aktuellen Stand? Welche „Guten Gründe sind weiter relevant, welche nicht)
  • Die Schlüsselprozesse werden während der Dauer der Weiterqualifizierung in Schlüsselprozessgruppen (die sich aus den Teilnehmenden bilden) weiterentwickelt entsprechend der erlernten Inhalte und der sich weiterentwickelnden Haltung. Dies findet in mindestens je einem Treffen zwischen den Modulen statt.
  • Zu Beginn eines jeden Moduls finden Supervisionen für 1- 2 Schlüsselprozessgruppen statt, um Entwicklungs- und Prozessfragen zu versorgen.
  • Zum Ende eines jeden Moduls reflektieren die Schlüsselprozessgruppen das Modul hinsichtlich der Gedanken und Ideen, die sie für die Weiterentwicklung ihres Schlüsselprozesses ableiten.

Unter Schlüsselprozessen verstehen wir Prozesse, die eine zentrale Schlüsselfunktion in der Wirkung auf die pädagogische Haltung und Ausrichtung der Institution haben.

Ziele:

  • Die Schlüsselprozesse unter traumapädagogischer Haltung und Perspektive weiter zu entwickeln und schriftlich zu verstetigen, soll u.a. mit dazu führen, dass sich neue Mitarbeitende und diejenigen, die nicht im Fortbildungsprozess sind durch die Orientierung an den beschriebenen Prozessen leicht in die entwickelte Haltung einfügen können.
  • Damit wird sichergestellt, dass die fachliche Weiterentwicklung in die Institution hineinwirkt
  • und die pädagogische Ausrichtung und Qualität der Institution unabhängiger von den ausgebildeten Fachkräften wird.

Empfohlen wird zusätzlich das Einrichten einer traumapädagogischen Begleitgruppe in der Institution, in die Mitarbeitende einbezogen werden, die nicht an der Schulung teilnehmen können und in der institutionelle Themen mit den bis dahin erworbenen traumapädagogischen Haltungen und Perspektiven verknüpft werden. Dies soll das Verstehen, die Orientierung zum laufenden traumapädagogischen Prozess, die Akzeptanz der traumapädagogischen Entwicklungen und die Entwicklung der Institution über die Schlüsselprozesse hinaus unterstützen

Inhalte für den fachlichen Prozess der Teilnehmenden

Neben der Vermittlung wichtiger Verstehensgrundlagen können in Inhouseschulungen ohne Zertifizierung die Inhalte mehr den Schwerpunktbedarfen der Institution und den zu Beginn herausgearbeiteten Ziele angepasst und dafür auf andere Inhalte, die nicht so vordergründig relevant scheinen verzichtet werden.

Ebenso wird mehr Zeit auf die gemeinsame Haltungsentwicklung unterstützende Themen gelegt, wie z.B. Umgang mit Regeln, Umgang mit Konsequenzen, traumapädagogisch formulierte Hilfeplanziele.

In den Inhouseschulungen mit Zertifizierung der Teilnehmenden werden ebenso die Ziele der Organisation inhaltlich in den Fokus genommen und gleichzeitig die inhaltlichen Vorgaben der Fachverbände berücksichtigt.

Vorgesehene Inhalte der Weiterbildung sind:

  • Einführung in die Psychotraumatologie, Traumasymptome-Überlebensstrategien , Umgang mit dissoziativen Phänomenen und Flashbacks
  • Traumapädagogik – Was ist das?
  • Emotionaler Beistand
  • Psychoedukation – Selbst-Verstehen – Was passiert in und mit mir bei (Extrem)Stress-Erleben
  • Achtsamkeit – Körperwahrnehmung – Sinneswahrnehmung
  • Selbst- und Co-Regulationsmöglichkeiten
  • Emotionen (Körperempfindungen, Gedanken, Handlungsimpulse, Gefühle) wahrnehmen und versorgen
  • Bedeutung von Bindung
  • Reflexion eigener Bindungserfahrungen
  • Bindung und Trauma
  • Aspekte von (traumatischer) Übertragung/ Übertragung von Emotionen, Übertagung von Inneren Überzeugungen, Übertragung von Beziehungserfahrungen (Wahrnehmen, Benennen, Versorgen)
  • Selbstfürsorge und Selbstmitgefühl als Grundlage für Traumaarbeit
  • Erkennen und Versorgen von Sekundärtraumatisierung
  • Burnout, Teamburnout, Prävention
  • Traumapädagogisch diagnostisches Verstehen/ Annahme des guten Grundes – Weil Methode, Umgang mit emotionalen Dilemmata, Interaktionsanalyse
  • Resilienzförderung
  • Trauma/Belastungssymptomatik und Gruppendynamik, Themenspezifische Gruppenarbeit
  • Traumatherapie meets Traumapädagogik
  • Transgenerationale Weitergabe belastender und traumatischer Erfahrungen
  • Trauma/Belastungssensibler Eltern-Kontakt
  • Abschied und die Bedeutung und Gestaltung von Übergängen

Methoden der Weiterbildung

  • Theoretische Inputs
  • Rollenspiele
  • Übungen
  • Selbstreflexion
  • Kleingruppenarbeit
  • Plenum
  • Selbststudium (ausgegebene Artikel, Leseeinheiten)
  • Aufgaben zum Praxistransfer
  • Supervision

Kosten

Zur Orientierung:

Ein Tag wird, bei einer Referentin und 20 TN mit 1050,-€ angesetzt (Honorar + Overheadkosten). Zzgl. Fahrtaufwand und evtl. Übernachtungskosten.

Die Organisation der Seminarräume, der Seminarunterlagen und Seminarverpflegung liegt bei der Institution.

Begleitung und Beratung der Praxisprojekte + individuelle Rückmeldung + prüfen und Reflexion der schriftlichen Arbeiten für Teilnehmende, die zertifiziert werden möchten: 170,-€/pro TN.

Zertifikat (bei Bestehen): 50,-€ – wird von den Fachverbänden pro Zertifikat in Rechnung gestellt.